Hauptseite » Naturschutzgebiet "Torfmoore im Iser-Tal"
Torfmoore im Iser- und Riesengebirge sind nicht selten zu finden, aber das Torfmoor im Iser-Tal gehört zweifellos zu den schönsten und ist daher Ziel zahlreicher Ausflüge

Eine ganze Reihe der hier wachsenden Moorpflanzen sind ein Relikt der Eiszeit. Der in den Sudeten niedrigste Bestand von Bergkiefern und viele endemische Pflanzen werden seit 1969 durch die Gründung des 44,74 ha umfassenden Naturschutzgebietes "Iser-Torfmoor" geschützt. Im Jahr 2000 wurde das Gebiet auf ca. 485 ha ausgeweitet und in Naturschutzgebiet "Torfmoore im Iser-Tal" umbenannt. Die Torfmoore im Isertal bilden zusammen mit den tschechischen Naturschutzgebieten "Torfmoore des Isertals", "Ra¹elini¹tì Jizery a Jizerky", "Rybí louky" und "Èernou jezírke" ein großes Naturschutzgebiet, das wichtigste im ganzen Isergebirge.

Das Naturschutzgebiet "Torfmoore im Isertal" umfasst Hoch- und Zwischen-Hängetorfmoore mit einer Gesamtfläche von ca. 100 ha, welche sich in ca. 840-850 m Höhe befinden und 3,2 km entlang des Iserflusses ziehen und bis zu 800 m breit sind. Ganz im Norden, wo Brettschneidefloß (Tracznik) und Ochsenfloß/Bretthüttenfloß (Kozi Potok) auf der südlichen Heufuderseite in die Iser münden, ist das Schilfnassen (Borowina). Anschließend folgen das Isermoor (Izerskie Bagno), Morast (Wrêgi), Große Iserwiese (Izerska Hala) an der Stelle, wo Lammerwasser (Jagniêcy Potok) in die Iser fällt sowie Kobelwiese (Kobyla £±ka) an der Mündung von Kobelwasser (Kobyli Potok). Außer diesem Naturschutzgebiet findet man hier einige kleinere Moor- und Torfmoorgebiete, die sich außerhalb des Flusstals befinden, wie zum Beispiel der Grüne Keil (Zielony K±t).

Die Torfmoore entstanden infolge von Wasserstagnation, d.h. bei starkem Regen, wasserundurchlässigem Boden und einem mäandrierenden Fluss kann der Boden nicht die gesamte Wassermenge aufnehmen und das nicht versickerte Wasser bleibt stehen.
Das Naturschutzgebiet mit seiner Umgebung und dem Teil auf der tschechischen Seite: große Flächen an Knieholz und die malerisch mäandrierende Iser bilden eine landschaftlich äußerst reizvolle Gegend seltener, wilder Schönheit.

Es existieren hier Relikte pleistozäner Flora: zahlreiche Krüppelbirken (Betula nana) auf dem Knieholzgebiet, die eine der größten Baumgruppen dieser Art in Polen bilden, Schwarze Krähenbeeren (Empetrum nigrum), Wenigblütige Seggen (Carex pauciflora) und Schlamm-Seggen (Carex limosa), Scheiden-Wollgras (Eriophorum vaginatum), Gemeine Moosbeeren (Oxycoccus quadripetalus), Rundblättrige Sonnentaue (Drosera rotundifolia) sowie viele Torfarten.
Die Große Iserwiese ist ein Paradies auch für zahlreiche Vogelarten, wie z.B. Bergpieper (Anthus spinoletta) und den sehr seltenen Weißadler. Darüber hinaus bietet das Isertorfmoor Schutz für den in Polen einmaligen Kraniche (Grus grus) und seltene Krebse oder Krebstiere (Crustacea). Auch die letzten Exemplare der Iser Birkhühner (Tetrao tetrix) und Auerhühner (Tetrao urogallus) sind hier zu finden.

Die Große Iserwiese ist etwas Besonderes. Auch das dortige Klima ist ungewöhnlich. Dank der Errichtung eines Messpunktes stellte man fest, dass die Große Iserwiese der Kältepol Polens ist.

Ein markanterPunkt auf der Großen Iserwiese (Izerska £±ka) ist die dortige Berghütte. Sie ist, neben der Baude auf dem Heufuder und der Touristischen Station Karlstal (Orle), das einzige Gebäude, in dem man sich aufwärmen und eine kleine Speise zu sich nehmen kann.